Ergotherapie-Kongress

Geschrieben von therapieundwissen am 6. Mai 2015 um 14:22 Uhr

Kongress_Bielefeld

Fachausstellung

Britta

Am Wochenende war ich in auf dem Ergotherapie-Kongress!
Ich startete mit dem Vortrag „Ergotherapeuten an die Schulen!“ von Berit und Steffi. Mit auf den Weg gegeben haben sie uns ihre Erfahrung, dass Schulen durchaus finanzielle Wege kennen, um lohnende Konzepte von Ergotherapeuten zu etablieren. Das macht Mut und gibt Anschwung in die richtige Richtung! Noch in diesem Jahr erscheint auch ihr Elternbegleitheft zum EST.

Total gefreut habe ich mich darüber unsere Referentinnen Caroline Adler und Sabine Vinçon persönlich kennenzulernen, da ich die beiden bisher nur vom Mailen kannte.
Den Einblick in die Arbeit von Caroline fand ich sehr bemerkenswert und berührend! Sie lud in ihrem Vortrag dazu ein, Assessments nicht standardmäßig zu nutzen, sondern für jeden Klienten individuell auszuwählen.

Weil ich mich so kurzfristig zum Kongress entschlossen habe, gab es kein günstiges Hotelzimmer mehr und ich habe die Gelegenheit genutzt und Airbnb getestet. Mein Zuhause war die bunte Wohnung einer Therapeutin und zwischen Buddhas und Engeln fühlte ich mich erstaunlich gut aufgehoben und hatte Spaß am Mitwohnen. Der nächste Kongress ist in Würzburg (06. – 08. Mai 2016) und ich habe schon mal gekuckt, was es dort für Zimmer gibt!

Nadine Saxer gab mit charmantem Schweizer Akzent einen Einblick in ihre Studie zur Alltagsbewältigung von Menschen mit Depression, die bestätigt, dass diese Klienten durch aktives Handeln positive Gefühle und mehr Energie erfahren und damit weiteres Handeln initiiert werden kann.

Zu jedem Kongress erscheint auch neue Ergo-Literatur: Endlich ist das PEAP fertig und mein erster Eindruck ist, dass sich die jahrelange Arbeit der Autorinnen sehr gelohnt hat! Das COPM ist in aktualisierter Auflage und mit neufarbigen, übersichtlicheren Bögen erschienen. Außerdem gibt es jetzt das umfangreiche Buch „Produktivität und Teilhabe“ mit nützlichen Infos und Beispielen rund um die Arbeitstherapie.

Zu Arbeit gab es auch Sonntag einen Themenblock und nach der etwas zu kurzen Kongressparty-Nacht war ich sehr dankbar, dass auch diese Vorträge mich begeistert haben. Thorsten Hirsch stellte vor, wie er betriebliche Inklusionsprozesse unterstützt und berichtete, dass dabei häufig mehr möglich ist, als wir (auch wir Therapeuten) uns vorstellen können. Sabine Plaehn präsentierte ihr spannendes Interventionsprogramm zu „Arbeitslosigkeit als Chance“ und ich hoffe sehr, davon bald mehr zu hören. Der Bereich Arbeit spricht mich an und habe große Lust mich mehr damit auseinanderzusetzen und weitere Fortbildungen dazu zu planen!

Das ist es, was der Kongress kann und macht – er stößt an, reflektiert und bestärkt und bringt mein Ergoherz jedes Mal total zum Schwingen! Noch immer in diesem Flow überlege ich, fast zehn Jahre nach dem Ende meiner Ausbildung, mich selbst zurück ins Behandeln zu wagen – weil es einfach ein so großartiger Beruf ist!

(Alle die auf dem Kongress waren finden im kleinen Programmheft aus Seite 4 das Passwort, mit dem die Präsentationen auf der DVE-Seite abgerufen werden können. Wer nicht da war und trotzdem neugierig ist, kann sicherlich direkt bei den Referenten danach fragen!)