Fragen an Sara Hiebl

Sara Hiebl ist noch gar nicht sooo lange Referentin bei uns, dafür war sie aber schon ganz schön oft da, was heißt, dass ihre Kurse auf viel & gute Resonanz stoßen (die sie übrigens häufig gemeinsam mit ihrer Kollegin Anja Junkers gibt)! Sara strahlt immer eine angenehme Präsenz & Ruhe aus, was man auch ein bisschen in ihren Antworten hier spüren kann, für die sie sich viel Zeit genommen hat. So lieben Dank dafür!

Wie sieht deine Arbeit aus, was machst du?
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, da ich so Vieles mache. smile emoticon
Ich habe seit 10 Jahren eine Praxis für Ergotherapie mit den Schwerpunkten Pädiatrie und Neurologie. Mittlerweile umfasst das Team 9 Therapeuten plus eine Sekretärin. Somit hat sich auch mein Aufgabenfeld in der Praxis stark verändert. Ich arbeite weniger am Klienten; Hauptanteil macht inzwischen das Praxismanagement und die Mitarbeiterbegleitung aus. Schön ist dabei, dass ich mir die Klienten, mit denen ich arbeiten möchte, mittlerweile aussuchen kann. smile emoticon
Seit mittlerweile 9 Jahren bin ich als Referentin tätig. Angefangen habe ich mit meinem Schwerpunkt Autismus. Das Angebot hat sich inzwischen stark erweitert („Ich bin stark!“, „Du+Ich-Konzept“, Coaching in Gesundheitsberufen…). Ich liebe den Austausch mit den Kollegen, das voneinander lernen, zu sehen, wie sich jeder weiterentwickelt.
Aus der Arbeit in der Praxis ist auch die praktische Forschungsarbeit und Konzeptentwicklung entstanden. Wir haben das Gruppenkonzept „Ich bin stark!“ entwickelt und das „Du+Ich-Konzept“, um familienzentriert an Hausaufgaben- und Lernschwierigkeiten zu arbeiten. Dadurch sind die beiden Fachbücher entstanden und meine Autorentätigkeit, u.a. vieler Fachartikel, hat sich ausgebaut.
Inzwischen bin ich auch viel als Beraterin und Coach tätig, sowohl fallsupervisorisch als auch konzeptbezogen oder die eigene Entwicklung betreffend. Und ich bin noch im Leitungsteam eines Qualitätszirkels für Autismus tätig und arbeite für den DVE an der Therapieleitlinie für ASS mit.
Ich denke, dass sind die Hauptschwerpunkte.

Was ist das Beste und was das Schwierigste daran?
Das Beste ist die Vielfältigkeit meiner Arbeit, die Kreativität, die ich in allem einbringen kann, die Zusammenarbeit mit vielen Kollegen in unterschiedlichen Konstellationen, verschiedene Arbeitsorte (ein Teil zum „Du+Ich-Konzept“ ist z.B. in Namibia entstanden), freie Zeiteinteilung, Reisen, meinen Forschergeist ausleben. Aber auch, dass ich meinen hohen Anspruch an Qualität und zukunftsorientiertem Arbeiten in alle Bereiche einbringen kann.

Das Schwierigste? Anderen manchmal voraus zu sein und die Geduld zu haben, bis manche Dinge realisierbar sind. Immer wieder auch bewusst „nein“ zu sagen – Projekte nur anzunehmen, wenn sie wirklich meiner Herzensarbeit, meiner Vision entsprechen und nicht wegen dem Prestige oder weil es niemand anders macht. Schlechte Organisation und Kommunikation sowie fehlende Verantwortungsübernahme in Projektteams – das finde ich sehr anstrengend. Personal zu finden – auch unter dem Aspekt des hohen Qualitätsanspruchs, den wir in der Praxis verfolgen und der stetigen Weiterentwicklung, die durch die supervisorische Begleitung angestoßen wird.

Als Ergotherapeutin arbeiten – warum machst du das?
Für mich ist Ergotherapie die ideale Möglichkeit, mit Klienten über die Handlung Dinge erfahrbar zu machen. Die Handlung ist ein ideales Messinstrument im außen für die Veränderungen, die im inneren passieren. Vor allem hat mich immer fasziniert, dass es in der Ergotherapie nicht um Krankheit, sondern eigentlich um Möglichkeiten geht. Wie kann ich unter den gegebenen Voraussetzungen eine Handlung ermöglichen. Dieser lösungs- und ressourcenorientierte Ansatz hat mich schon immer begeistert. Die Menschen dazu zu befähigen, ihr eigenes Potenzial zu entdecken und zu verwirklichen. Und die Ergotherapie bietet mir so unglaublich viele Möglichkeiten – ich mache nie das Selbe.

Was ist deiner Meinung nach notwendig, damit endlich jeder weiß, vor allem auch Ärzte, was Ergotherapie ausmacht?
Dass sich die Kollegen erst mal selbst ihres Potenzials, ihres Bezugsrahmens und der vielen Möglichkeiten bewusst werden. Ist dieses Bewusstsein vorhanden, wächst auch das nötige Selbstbewusstsein, um für seinen Beruf zu stehen und sein Handlungsfeld zu nutzen. Es geht nicht darum zu kämpfen und sich gegen andere verteidigen zu müssen. Es geht darum, aus dem eigenen Standpunkt heraus sein Handeln zu vertreten und für andere erklärbar/nachvollziehbar zu machen. Dazu gehört für mich auch, das eigene Handeln immer wieder kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren. Beides ist in unseren Ausbildungen/Studiums noch viel zu wenig verankert.

Welche guten Tipps hast du für andere Praxisinhaber bzw. für Mitarbeiter in einer Praxis?
Sich an einen Tisch zu setzen und ins Gespräch zu kommen. Welche Bedürfnisse gibt es auf beiden Seiten? Wie wird damit gegenseitig umgegangen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es? Wie kann man das Potenzial eines jeden im Team mit einbinden? Was schätzt man aneinander? Welche Verantwortung habe ich? Wie bekommt man Klarheit in Prozesse und Abläufe? Welche Vorschriften gibt es, an die man sich halten muss und warum? … Immer wieder erlebe ich, dass mangelnde Kommunikation und Transparenz großes Konfliktpotenzial schafft und damit der Raum für die eigentliche Arbeit und Entfaltung eingeengt wird. Aber auch die Unwissenheit – auf beiden Seiten, Inhaber und Mitarbeiter – über ganz grundlegende Dinge, z.B. arbeitsrechtliche Grundlagen, schafft unnötige Konflikte.
Das große Potenzial und die wertvolle Arbeit, die so viele Kollegen leisten, geraten dadurch oft in den Hintergrund.

Was inspiriert dich für deine Arbeit?
Meine unglaubliche Neugierde, Dinge zu verstehen, zu lernen, mich weiterzuentwickeln, Neues zu entdecken. Anderen die Möglichkeit geben, über einen neuen Blickwinkel, einen kleinen Anstoß, sich selbst zu entdecken, weiterzuentwickeln, ins Gleichgewicht zu kommen. Zu sehen, wie viel Freiheit und Freude entsteht, wenn das gelingt.

Gemeinsam mit einem Kollegen hast du die 1jährige Weiterbildung für Coaching in Gesundheitsberufen konzipiert. Wie kam es zu diesem Angebot und wie läuft der erste Kurs?
Entstanden ist das Angebot, weil eine gemeinsame Freundin meinte, wir sollten uns mal unterhalten. smile emoticon Florian und ich haben entdeckt, dass wir die gleiche Vision teilen. Unsere Vision sind gesunde Therapeuten, die gesunde Menschen auf ihrem Entwicklungsweg begleiten. Es geht schließlich um ein Gesundheitssystem, nicht um ein Krankheitssystem. Und dann haben wir angefangen zu konzipieren.
So geht es uns in der Coaching-Weiterbildung neben der Vermittlung des theoretischen und praktischen Wissens vor allem darum, mit den Teilnehmern eine gesunde Selbstfürsorge zu erarbeiten. Die Kultivierung von Achtsamkeit und die Entwicklung einer wertschätzenden Haltung für die eigene Arbeit wie auch gegenüber den Klienten sind für uns maßgeblich. Wir sehen darin zudem die Möglichkeit, dass Therapeuten ihre Klienten mit ihren immer umfassenderen Anliegen auch langfristig im Gesundheitswesen begleiten können und somit der Berufsflucht entgegenwirkt werden kann.
Der erste Kurs läuft super. Wir sind ausgebucht. smile emoticon Und wir bekommen mega Feedback von überall her. Florian und ich sind voller Staunen und Dankbarkeit für das, was im Kurs entsteht und welches unglaubliche Potenzial die Teilnehmer in sich aktivieren. Und wie sich das ganz konkret in ihrer Arbeit sichtbar macht. Auch die interdisziplinäre Konstellation in der Weiterbildung ist von großem Vorteil. Es ist Zeit für eine Veränderung im Gesundheitswesen – und es ist schön, dass wir mit unserer Vision dazu beitragen dürfen.
Die neuen Termine für 2020 sind auf der Website schon veröffentlicht. Bis Ende September gibt es Frühbucherrabatt. smile emoticon

Eine gute Entdeckung der letzten Zeit?
Das neue Haus, in das wir Anfang Juli gezogen sind. Ich sitze mit meinem Schreibtisch mitten im Grünen. Das erdet und gibt wahnsinnig viel Kraft. Die gute Entdeckung dahinter ist aber vor allem, der inneren Führung zu vertrauen und Dinge nicht nach dem Kopf zu entscheiden. Sonst wären wir nicht im Juli umgezogen.

Was wünschst du dir für deine Arbeit? Und wovon träumst du?
Dass Schüler in therapeutischen Berufen viel mehr darin geschult werden, sich selbst als effektives Werkzeug einzusetzen und im Coaching begleitet werden, um eine gesunde Selbstfürsorge zu entwickeln. Alle Methoden und Techniken sind gutes Beiwerk, aber wenn das Fundament nicht steht, dann trägt es nicht lange. Gerade in der heutigen Zeit ist das unabdingbar – eine schlechte Bezahlung ist nicht der alleinige Grund, warum Therapeuten ihren Beruf verlassen. Wir können nicht von Gesundheitsberufen sprechen, wenn wir selbst dabei nicht gesund bleiben.
Ich wünsche mir, dass immer mehr Leute den Mut haben, ihr Potenzial zu entdecken und es ins Leben zu bringen. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Welt verändern wird, je mehr wir beginnen unserem eigenen Weg zu folgen. Auf unseren Artikel „Die Bedeutung von Spiritualität“, der gerade im Juli erschienen ist, haben wir so ein tolles Feedback bekommen; der Artikel hat so viele Herzen angestoßen. Traut euch – es gibt so Vieles in Euch zu entdecken! Macht Eure Arbeit mit anderen und für Euch selbst (Dalai Lama).

Was inspiriert dich und dein Leben neben der Arbeit?
Täglich meditieren, zu forschen, wie sich Spiritualität und Achtsamkeit ganz praktisch in den Alltag integrieren lassen. Natur, Wasser, mein Garten. Eine tiefe Freude am Leben und dieser täglich Ausdruck zu geben. Neugierde und Offenheit für Begegnungen.

 

 

 

 

Fundstücke

Das Internet ist voller bereicherndem Wissen & nützlichen Hilfen! Gern gelesen, gesehen, gehört – eine bunte Link-Auswahl zum Dazulernen und inspirieren lassen! Für euch und eure Klienten & Patienten. Viel Freude damit!

 

Dieses Video zeigt einfach so einfach & eindrücklich, wie unser Gehirn lernt und was notwendig ist, um neue Gewohnheiten & neues Verhalten im Leben zu etablieren. Unbedingt gemeinsam mit euren Patienten ankucken!

Und wie das mit der Motivation funktioniert erklärt Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ganz schön in diesem Video.

Was macht uns denn nun zufrieden? Kinder, Geld, andere Menschen? Die Psychologie Heute verrät uns ein paar Details.

Und am Arbeitsplatz? Zum Beispiel eine Erfrischung in der Mittagspause: der gute alte Mittagsschlaf, die Siesta, das Nickerchen soll dabei besser wirken als z.B. Kaffee oder Yoga – mehr dazu in der NZZ.

Ganz maßgeblich für mehr Wohlbefinden & Zufriedenheit ist die Kultivierung positiver Gefühle und Dankbarkeit. Dafür könnt ihr ganz leicht sorgen mit diesem tollen 6-Minuten-Tagebuch, das der Autor entwickelt hatte, nachdem er selbst einen schweren Unfall hatte.

Dr. Claudia Croos-Müller, die Autorin der tollen Body2Brain-Büchlein, stellt auf ihrer Webseite jeden Monat wertvolle, kinderleichte und alltagstaugliche Übungen für bessere Selbstfürsorge und Psychohygiene zur Verfügung.

Ständig Onlinesein (müssen) ist mittlerweile auch schon ein klassisches Betätigungsproblem vieler Klienten (und vielleicht auch unser eigenes …) Ein Statement zum Thema, um das kaum einer drumrum kommt auf ZEIT ONLINE.

Eines der allerschönsten Trauerbücher für Kinder ist „Weil du mir so fehlst“ von Ayse Bosse. Der Nachfolger für Jugendliche „Einfach so weg“ ist auch so so gut. Und auch für Erwachsene können sie hilfreich sein, weil sie so schöne Anregungen geben, wie man aktiv trauern kann. 2020 gibt es übrigens einen tollen Workshop zum Thema Trauer!

Das zentrale adhs netz hat sein Infoportal neu gestaltet und inhaltlich überarbeitet. Hier gibt’s aktuelle Infos für Kinder, Jugendliche, Erwachsene & Angehörige.

Gute, informative Seite für junge Erwachsene mit Krebs, mit Erste-Hilfe-Tipps von Betroffenen und vielen weiteren hilfreichen Infos.

Sehr coole Seite zur Angst-Selbsthilfe, mit fundierten & guten Infos für Betroffene. Auch so super, für Wissen & Psychoedukation im Rahmen der Therapie.

Selbstmitgefühl stärken tut Patienten wie Therapeuten gut, z. B. mit diesen Übungen.

 

Falls ihr eigene Fundstücke (mit)teilen wollt, schreibt uns gerne: info@therapieundwissen.de

Ja, wir machen hier Werbung – im Sinne von „Sinnvolles & Nützliches sollte unbedingt verbreitet werden!“ Alle Links sind unbezahlt und unaufgefordert.  Wir sehen uns die Seiten vorher an, übernehmen dafür jedoch keinerlei Haftung.

 

 

 

 

 

Fragen an Franziska Weiß

Eine Ergotherapeutin mit drei Unternehmen? Ja, das gibt’s! Eins davon ist Therapie + Wissen und die Powerfrau dahinter ist Franziska Weiß. Ein Fragen-Portrait, um euch Franziska ein bisschen persönlicher vorzustellen.

 

Du bist jetzt schon seit über einem Jahr neue Inhaberin von Therapie + Wissen. Wie war diese Zeit für dich?
Aufregenden, brisant und rasant! Ich habe die neue Herausforderung angenommen und ganz nach dem Motto gehandelt „Wenn es holprig wird steigt man nicht aus – man schnallt sich an.“ Ich muss aber sagen, dass ich mich dank der großartigen Arbeit von Hanna, nie überfordert gefühlt habe und die Arbeit mit ihr als sehr produktiv und inspirierend erlebe. Ich freue mich auf alles Neue! Es macht unfassbar viel Spaß Wissen-Trends aufzuspüren, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Ich bin sehr dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen!

Du hast außerdem eine eigene Ergotherapiepraxis und ein Unternehmen für Schulbegleitung. Wie bekommst du das alles unter einen Hut und wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?
„Selbstständig zu sein heißt Selbst und ständig“ – diesem Satz kann ich nicht vollständig zustimmen. Natürlich ist es immer meine letzte Entscheidung, meine Verantwortung und mein Kopf, den ich hinhalte, aber ohne mein großartiges Team wäre es nicht möglich. Ich habe so viele Menschen an meiner Seite, denen ich vertraue, demnach bringt meine Selbstständigkeit viel Freiraum mit sich.
Mein Tag startet als Mutter eines 7-jährigen Sohnes, ist dieser pünktlich in der Schule warten Pferde und Hund auf Futter. Nach dieser Tätigkeit starte ich mit meinem ersten Kaffee in die Planung meines Tages, meist verläuft er dann doch immer anders als gedacht. Ich habe feste Tage für jeden Betrieb, demnach ist Arbeitsteilung in meinem Alltag vorprogrammiert.

Was inspiriert dich für deine Arbeit als Führungskraft?
Sehr gute Frage – ich möchte immer eine Chefin mit einer offenen Tür sein. Leider raubt mir manchmal der Stress des Alltags die Möglichkeit, auf jede Mitarbeiterin intensiv einzugehen. Mein Team weiß aber, wenn Zeit mit mir benötigt wird, stehe ich mit Rat und Tat zu Seite und freue mich darüber, auf einer vertrauensvollen Basis zusammen arbeiten zu können. Führung heißt für mich, Vertrauen in die Stärken jedes einzelnen. Ich liebe es z.B., mit motivierten Berufsanfängern zu arbeiten und deren Weg zu begleiten.

Was ist das Beste und was das Schwierigste an deiner Arbeit?
Wie oben schon benannt ist es der Freiraum der mir gefällt, jeden Tag meine Prioritäten neu zu stecken. Das Schwierigste ist, wenn es mal nicht läuft, ist es selten nur ein Problem was gelöst werden muss. Da dir Nerven zu behalten, alle Kraft zu bündeln und trotzdem sich selber einen Feierabend einzuräumen und an die eigene Gesundheit zu denken, ich denke das bleibt meine größte Lebensaufgabe ;)

Du bietest außerdem Kurse für Führungskräfte-Coaching am Pferd an – wie bist du darauf gekommen und was begeistert dich daran?
Ich habe schon immer eine große Leidenschaft für Pferde, durch meine Allerge wurde sie leider stets getrübt. 2014 erfüllte ich mir den Wunsch ein Curly-Horse zu besitzen, eine Pferderasse, auf die Allergiker nicht reagieren. Diese wundervolle Stute Tessa ist sehr willensstark und wir haben viel gemeinsam, was unsere Zusammenarbeit jedoch erschweren sollte. Dieses Pferd hat mich zum Umdenken in meinem Handeln, meiner Pferdehaltung und meiner ganzen Einstellung bewegt. Ich konnte durch Sie unfassbar viel über mich selber lernen. Durch meine Weiterbildung zum Pferdegestützten Coach vereine ich jetzt zwei große Leidenschaften, die Pferde und die Menschen! Ich bin nach jedem Coaching geflasht, welche Prozesse angestoßen werden und was Tiere wertfrei spiegeln.

Was wünschst du dir für deine Arbeit? Und wovon träumst du?
Zufriedenheit in meinem Tun! Ich träume weiterhin davon, glücklich in meinem Beruf zu sein und meine Aufgaben mit Leidenschaft zu erfüllen, so lange wie es mir möglich ist.

Was ist ein persönlicher Tipp von dir für selbstständige Ergotherapeuten?
Sich selbst treu zu bleiben, das zu tun was man gut kann, an sich zu glauben und nicht zu viel zerdenken!

Wie sehen deine Pläne für Therapie + Wissen aus?
Ich möchte gerne unser Angebot stetig erweitern, vor allem der Bereich Führungskräfte liegt mir am Herzen.

Nach einem besonders stressigen Tag – dein Kurzprogramm zum Runterkommen?
Kamin an, Freunde treffen oder einfach früh ins Bett.

 

 

Fundstücke

Das Internet ist voller bereicherndem Wissen & nützlichen Hilfen!
Hier eine Auswahl für die Arbeit mit Erwachsenen – fürs Informieren, Beraten, Beteiligen. Viel Freude damit!

Die DGPPN hat alle Leitlinien aus Psychiatrie und Psychotherapie auf ihrer Webseite zusammengestellt.

Wer Radio Sonnengrau noch nicht kennt – die Beitrage zu psychischen Erkrankungen eignen sich z.B. super zur Psychoedukation.

Auch sehr informativ für Therapeuten wie Klienten: der PsychCast, ein Podcast von zwei Ärzten.

Noch bis 21.10. in der arte Mediathek: „Vererbte Narben“ – eine Dokumentation über generationsübergreifende Traumata; und noch etwas länger zu sehen: „Die heilsame Kraft der Meditation„.

Das tolle, kostenlose, rund-um-die-Uhr-Angebot der Telefonseelsorge ist eine gute Hilfe für Menschen in Krisen.

Für Menschen mit Fluchterfahrung und seelischen Nöten gibt es das SeeleFon, ein telefonische Beratung in Arabisch, Englisch und Französisch.

Auf der Webseite der Schmerzliga gibt es Broschüren zu chronischem Schmerz sowie eine Schmerzskala zum Download.

Mein schwarzer Hund“ – das bekannte Erwachsenen-Bilderbuch zu Depression als youtube-Video. Veröffentlicht von Freunde fürs Leben e.V., dem WebTV-Kanal zu Depression, Suizid und seelische Gesundheit.

Gute Infos & Forschungsergebnisse rund um Depression erhält man über den Newsletter der Depressionsliga; den aktuellen Newsletter findet ihr hier.

 

Falls ihr eigene Fundstücke (mit)teilen wollt, schreibt uns gerne: info@therapieundwissen.de

Ja, wir machen hier Werbung – im Sinne von „Sinnvolles & Nützliches sollte unbedingt verbreitet werden!“ Alle Links sind unbezahlt und unaufgefordert.  Wir sehen uns die Seiten vorher an, übernehmen dafür jedoch keinerlei Haftung.

 

Fragen an Annette Kampe

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Knapp 60 Ergotherapeuten haben sich bereits bei uns zum Inklusions-Therapeuten fortgebildet. Die Rückmeldungen zu den Kursen waren bisher sehr positiv. Was wir leider viel zu wenig mitbekommen, ist jedoch, wie Transfer und Outcome für die therapeutische Arbeit aussehen. Dazu habe ich Annette befragt, die einen anregenden Einblick in ihre Arbeit gibt und ein tolles Foto von sich und ihren beiden Hunden „Shiva“ und „Arni“ geschickt hat.

Wie sieht deine Arbeit aus, was machst du?
Ich arbeite selbständig in einer Ergotherapiepraxis im ländlichen Raum. Mein Klientel sind vorwiegend Kinder von 4 bis 13 Jahren mit denen ich hauptsächlich nach dem Wunstorfer Konzept arbeite. Außerdem arbeite ich mit erwachsenen Klienten psychisch-funktionell, in einem integrativen KIGA und in vielen Altenpflegeeinrichtungen vorwiegend tiergestützt mit meinen Hunden, Meerschweinchen, Kaninchen ….

Du bist seit einem Jahr Inklusions-Therapeutin – was war für dich das Wichtigste, was du in der Fortbildung gelernt hast und wie hat sich deine Arbeit seitdem verändert?
Besonders wichtig war die Zusammenstellung (Überblick) der Gesetze, die es bisher zu diesem Thema gibt und die daraus resultierenden Möglichkeiten zur Beratung und Unterstützung für meine Klienten. Da ich im Rahmen der ergotherapeutischen Behandlung auch in Schulen und Kindergärten (Umfeldberatung) tätig bin, hat sich mein Blick nach der Fortbildung geändert, d.h. ich kann eher Barrieren innerhalb einer Einrichtung erkennen und kompetenter beratend tätig werden als früher. Das tolle daran ist, dass mein Erfahrungsschatz für ALLE Kinder nützlich sein kann und nicht nur für Kinder mit Behinderungen/Beeinträchtigungen oder für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Mein Blick hat sich geändert: mir fallen mehr Barrieren auf, ich kann viel schneller Ideen entwickeln oder weiß, wo ich/mein Klient Hilfe bekommen kann.

Was hat sich in deiner Zusammenarbeit mit Erziehern und Lehrern seitdem verändert?
Durch die umfassende Fortbildung habe ich mein Fachwissen wesentlich erweitern können. Das gibt mir Sicherheit in Gesprächen mit Lehrern, Erziehern und auch Eltern. Außerdem konnte ich feststellen, dass vermehrt auch Lehrer mir Fragen auf mich zukommen und mich als kompetente Gesprächspartnerin schätzen. Aufgrund der umfangreichen Arbeitsmaterialien konnte ich bisher immer Anregungen aufgreifen, Ideen entwickeln und kompetent beratend tätig werden.

Kannst du Ergotherapeuten generell ermutigen, sich in die Inklusionsprozesse in Kindergärten und Schulen zu wagen? Was würdest du ihnen mit auf den Weg geben?
Aufgrund meiner persönlichen Arbeitsstrukturen kann ich z.Zt. nur im o.G. Umfang tätig sein. Sollten sich allerdings die Arbeitsstrukturen in meinem Arbeitsfeld ändern, hätte ich viele Ideen (für die der Grundstein in der Ausbildung zum Inklusionstherapeut bei Britta gelegt wurden), um als Inklusionstherapeutin unter anderem in Schulen und Kindergärten tätig zu werden. Für viele Ergotherapeuten, die nach neuen Tätigkeitsfeldern suchen (Akquise) ist das Thema „Inklusion“ DAS Thema für zukünftige, zusätzliche Einkommensmöglichkeiten.

Welche Möglichkeiten bietet Inklusion für uns Ergotherapeuten?
Als Ergotherapeuten können wir eigentlich (fast?) alle Zielgruppen ansprechen: Schulen, Kindergärten, Ärzte, Erzieher, Pädagogen, Eltern, übergeordnete Kooperationspartner etc. Wir sind DIE Fachleute, wenn es um Inklusion geht, d.h. es ist auch unsere Zukunft.

Welche Expertise bringen Ergotherapeuten für die Arbeit in multiprofessionellen Teams mit? Oder anders gefragt: Was haben wir, was die anderen nicht haben?
Kaum eine Berufsgruppe kann so übergreifend tätig werden wie die Ergotherapeuten. Wir arbeiten mit unseren Klienten, können das gesamte Umfeld beraten, sind im engen Kontakt mit Ärzten, Krankenkassen etc. Wir haben spezifische, in ihrer Wirksamkeit belegte Behandlungsverfahren und können so eine wundervolle Arbeit leisten für die größtmögliche Handlungsfähigkeit, Selbständigkeit und Teilhabe unserer Klienten am gesellschaftlichen Leben.

Wie sind deine Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Erziehern, Lehrern und weiteren Kollegen in Kindergärten und Schulen?
Ich habe durchweg positive Erfahrungen sammeln können! Besonders in unseren Grundschulen bin ich regelmäßig tätig. Besonders viele Elemente aus „Komm, das schaffst Du“ sowie aus dem gesamten Programm des Wunstorfer Konzeptes wende ich kontinuierlich an und bringe es u.a. den Lehrern in Schulen näher (Umfeldberatung). Positives Feedback über meine Arbeit erhalte ich seitdem in den Gesprächen mit den Eltern oder durch telefonische Anfragen von Lehrern und Erziehern.

Was inspiriert dich für deine Arbeit?
Mich fasziniert die Vielfalt der Möglichkeiten meiner Arbeit: Ich kann direkt mit meinen Klienten arbeiten und sie unterstützten. Besonders die interdisziplinäre Arbeit mit dem verschiedensten Berufsgruppen bietet eine Vielzahl ergotherapeutischen Arbeitsfeldern die ich nicht einmal im Ansatz ausschöpfen könnte. Allerdings habe ich so auch immer die Möglichkeit mein Arbeitsfeld an meine persönlichen Arbeitsmöglichkeiten (Alter, Selbständigkeit usw.) anzupassen.

Was sind deine Wünsche für die Zukunft von Ergotherapie und Inklusion?
Das wir Ergotherapeuten „DIE ANSPRECHPARTNER“, die kompetenten Fachleute werden, wenn es um Inklusion geht. Also quasi: „Wenn´s um Inklusion geht: ERGOTHERAPIE!“

Fragen an Lisa Vasvari

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Lisa hört sich zwar nach Bayern an, aber man merkt sofort, dass in der Frau eine Menge Berlin drin steckt! Im letzten Jahr war sie erstmals als Referentin bei uns im Inklusionskurs und hat uns alle mit ihrem Enthusiasmus, ihren tollen Projekten und ihren liebevollen Zeichnungen begeistert! Ich freue mich total, dass sie sich Zeit für meine Fragen genommen hat, damit auch ihr einen Einblick in ihre besondere Arbeit bekommt!

Wie sieht deine Arbeit aus, was machst du (wenn du nicht wie jetzt gerade in Mutterschutz bist)?
Meine Arbeit ist ziemlich abwechslungsreich. Ich arbeite zum Teil als freie Mitarbeiterin an einer Grundschule mit meiner Heldenwerkstatt. In der Heldenwerkstatt geht es schwerpunktmäßig um die Stärkung der Fein- und Grobmotorik der Kinder vor allem in der Schuleingangsphase. Ich arbeite mit den Kindern in Gruppen, berate die LehrerInnen, ErzieherInnen und Eltern und gebe nach Bedarf auch Workshops. Außerdem führe ich gemeinsam mit einem anderen externen Projekt das Trainingsprogramm „Starke Muskeln, wacher Geist“, sowie zwei Inklusionsgruppen mit der benachbarten Schule für sonderpädagogischen Förderschwerpunkt durch. Wenn ich nicht in der Schule bin, arbeite ich entweder weiter an meinem Konzept für die Heldenwerkstatt, überlege mir neue Ideen für die Heldenarbeit, gebe Workshops und Kurse und arbeite an zwei Tagen die Woche in einer Kontakt- und Beratungsstelle mit einem angegliederten Café, das ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt für psychisch erkrankte Menschen ist. Seit 2012 absolviere ich berufsbegleitend den Masterstudiengang „Public Policy“. Das Studium liegt nun in den letzten Zügen und ich muss „nur noch“ die Masterarbeit schreiben sowie die mündliche Prüfungen ablegen.

Was treibt dich an, genau das zu tun?
Wahrscheinlich mein ruheloser Geist. Ich mache gerne unterschiedliche Sachen und kreiere gerne Neues.

Was ist das Beste und was das Schwierigste daran?
Das Beste daran ist, dass es mir fast nie langweilig wird und ich viele Ideen ausprobieren kann und das Schwierigste daran ist, alle Aufgaben unter einen Hut zu bringen.

Du lebst in Berlin, davor hast du in Augsburg gewohnt – was macht es für einen Unterschied, in der einen oder der anderen Stadt zu arbeiten?
In Augsburg hatte ich ein starkes Netzwerk, kannte viele ErgotherapeutInnen, habe dort mit einer befreundeten Ergotherapeutin den ergoKiosk gegründet und in einer Praxis gearbeitet. Trotzdem war ich nie ganz zufrieden mit meiner beruflichen Situation.
Hier in Berlin habe ich zwischenzeitlich viele neue Arbeitsbereiche für mich entdeckt und hier bin ich experimentierfreudiger geworden und definiere mich nicht mehr rein als Ergotherapeutin.

Gibt es etwas, was du Ergotherapeuten gerne mal sagen würdest?
Hm. Seid mutig und traut euch zu auch neue Wege zu gehen!

Demnächst schreibst du deine Masterarbeit. Womit befasst du dich hier und was sind deine weiteren Pläne damit?
Das Thema der Masterarbeit finde ich ganz spannend. Es geht um den Zusammenhang von Handgeschicklichkeit / Schreibmotorik und Bildung. Inwiefern beeinflusst die Handgeschicklichkeit Kinder in der Schule? Hat sie Einfluss auf die Bildungschancen der Kinder und vor allem wie wäre es sinnvoll, Schreibmotorik in der Schule zu erlernen bzw. wie kann die Förderung der Handgeschicklichkeit aussehen. Darüber gibt es bereits eine Menge an wissenschaftlichen Arbeiten und ich finde es sehr interessant was bisher erforscht wurde. Das Thema hat auch was mit der Heldenwerkstatt zu tun und ich denke, dass ich durch die Masterarbeit neue Erkenntnisse in mein Konzept mit einbauen und meine Projektidee mehr wissenschaftlich untermauern kann.

Du hast das schöne Projekt ergokiosk mitgegründet – wie geht es mit dieser Idee weiter?
Der ergokiosk wird von Marlene Kröhnert, meiner Mitgründerin, weitergeführt. Das bedeutet, dass zum Beispiel die „Schatzkissen“ weiterhin unter anderem auf Dawanda erhältlich sind. Der Bildungsbereich vom ergokiosk ist nun die Heldenwerkstatt und das mache ich nun von Berlin aus. Marlene hat in Augsburg zwischenzeitlich neue großartige Ideen umgesetzt, in denen es schwerpunktmäßig um Kreativkurse für Erwachsene und Kinder geht. Im Grunde machen wir im Moment jeder seine eigenen Projekte, wir unterstützen und inspirieren uns gegenseitig und könnten uns sehr wohl vorstellen wieder
etwas gemeinsamen zu starten.

Wenn du einen Wunsch für deinen weiteren beruflichen Weg frei hättest, wie würde er aussehen?
Nur einen? Ein großer Wunsch wäre, dass die Heldenwerkstatt in ein paar Jahren ein erfolgreiches Projekt ist und an vielen Schulen und Kitas durchgeführt wird.

Was inspiriert dich privat?
Vor geraumer Zeit habe ich mit dem Zeichnen und Visualisieren begonnen und das ist eine große Inspirationsquelle für mich, die ich auch in meiner täglichen Arbeit nutze.

Fragen an Andrea Jagusch-Espei

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Andrea Jagusch-Espei ist erst seit letztem Jahr Referentin bei uns, aber es kommt mir vor, als wäre sie schon sehr oft hier gewesen. Das liegt vermutlich daran, dass sie für mich eine besondere, wohltuende Präsenz und Offenheit ausstrahlt, von der ich mir am liebsten etwas einpacken mag. Deshalb war ich auch besonders neugierig auf ihre Gedanken zu den Fragen, dich mich beschäftigen. Als ich diese Woche ihre Worte „Kaum zu glauben – ich habe den Fragebogen beantwortet!!!!“ las, war ich ganz glücklich! Vielen Dank, liebe Andrea, dass du dir in deinem gut gefüllten Leben Zeit für meine Fragen genommen hast!

Wie sieht deine Arbeit aus, was machst du?
Meine Arbeit hat sich in diesem Jahr verändert: montags mache ich das, was ich schon viele jahrelang tue: ich behandle Kinder ‚die anders sind’ – Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen, Feinmotorikschwierigkeiten, Kinder mit Behinderungen, eine schöne breite Vielfalt.
Weiterhin bin ich als Referentin zu diesen Themen und zur ICF-CY unterwegs, auch das schon viele Jahre und immer gern, weil ich in jeder Fortbildung etwas Neues lerne.
Neu ist meine Arbeit bei einem Hersteller von Hilfsmitteln. Ich bin dort für die Schulung von Mitarbeitern und Kunden im In- und Ausland zuständig und wirke bei der Produktentwicklung mit. Eine neue Herausforderung, der ich mich gerne stelle.

Was ist das Beste und was das Schwierigste daran?
Das Beste ist es, wenn ein Kind von der Behandlung profitiert, wenn es etwas kann oder erreicht was sonst nicht möglich war. Das kann durch neue Wege, die wir entwickeln, durch Üben oder auch durch ein Hilfsmittel geschehen. Das Schwierigste ist es, Nein zu sagen – wenn die Erwartungen zu hoch werden oder ich den Anforderungen nicht gerecht werden kann. Und es ist schwierig, sich auf manche Klienten einzulassen, wenn die Vorstellungen von dem, was wichtig ist, sehr weit auseinander klaffen.

Was bedeutet Ergotherapie für dich?
Ergotherapie bleibt für mich die bodenständige Hilfe, den Alltag meistern zu können – immer noch ein Handwerk, aber gottseidank inzwischen auch mit harten Daten und Fakten unterlegt! Dabei finde ich es wirklich toll, mich an die Seite desjenigen der zu mir kommt zu stellen und zu versuchen aus seiner Perspektive mit ihm zusammen herauszubekommen, wir der Alltag für ihn leichter werden kann.

Warum ist die ICF wichtig für die Ergotherapie?
Die ICF passt wunderbar zur Ergotherapie – die ‚Philosophie’, die beiden zugrunde liegt (Alltagsorientierung und Klientenzentrierung) verleiht uns eine anerkannte Sprache und einen anerkannten Rahmen, um unsere Arbeit zu beschreiben. Und es hilft uns, unsere Behandlungen transparent und verständlich zu machen – gerade für die ET, die so viele Überscheidungen mit anderen Bereichen hat, ein wertvoller Aspekt.

Was inspiriert dich für deine Arbeit?
Die eine Inspiration sind die Klienten – ihre Ideen fragen, ihre Art die Welt zu sehen macht es leicht, immer wieder Neues auszuprobieren. Die andere Inspiration ist der Austausch mit Kolleginnen.

Meinst du es muss sich noch etwas verändern in der Ergotherapie in Deutschland?
Wenn ich mir die Entwicklung in den 25 Jahren, die ich dabei bin, ansehe, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir uns nicht weiter verändern. Ich habe den Einblick in die Bereiche außerhalb der Pädiatrie verloren – hier wünsche ich mir auch den direkten Zugang der Menschen zu uns. Und wir können uns sicher noch weiter spezialisieren und professionalisieren, wobei ich schon stolz darauf bin, was wir in den Jahren erreicht haben. Und weil wir so viele Überschneidungen mit anderen Berufen haben, sind wir darauf angewiesen, Netzwerker und Case Manager zu sein, das scheint mir zunehmend in den Vordergrund zu treten.

Hast du einen guten Tipp für Ergos, die auch in der Pädiatrie arbeiten?
Mir erscheint es immer gut zu sein, über den Tellerrand zu schauen und sich auch für die Nebenbereiche zu interessieren – so hatte meine Ausbildung zum Qualitätsmanager nicht mit der Klientenarbeit zu tun – und prägt sie doch sehr!

Was machst du in deiner Freizeit? Was inspiriert dich privat?
Freizeit ist in bisschen Mangelware … ich mache Sport, weil der Job anstrengend ist und der Körper mein Handwerkzeug ist. Meine Familie sorgt für vielfältige Anregungen und inspirieren tun mich die kulturellen Events, die ich besuche. Und dann ist da noch meine Leidenschaft, das Stricken… typisch Ergo halt!

 

Fundstücke im Juli

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Da ich seit wenigen Wochen selbst wieder ergotherapeutisch arbeite, war ich ganz dankbar, diese Infos und Inspirationen für meine Behandlungen entdeckt zu haben.

Alles Aktuelle zum Thema Depression gibt’s bei der Deutschen Depressionsliga.
Die Patientenbroschüre „Zurück ins Leben“ informiert umfassend und steht zum Download bereit.

Für junge Menschen mit Depression gibt es die Plattform Fideo. Hier findet ihr auch einen Krisenplan, den man auch gut für erwachsene Klienten adaptieren kann.

Eine aktuelle Studie untersucht die Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierten Ansätzen im Vergleich zur medikamentösen Therapie bei wiederkehrenden Depressionen.

Auf der Seite des TEK (Trainings emotionaler Kompetenzen) steht das Teilnehmer-Handbuch online, das total gut zu Stress- und Emotionsentstehung und -regulation informiert!

Die Broschüre „Kein Stress mit dem Stress“ des Projekts psyGA (Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt) fasst die Ansatzmöglichkeiten für Betroffene gut und praxisnah zusammen.
Außerdem gibt es ein tolles Hörbuch zum Thema und die einzelnen Kapitel (z.B. Pausen und Prioritäten) kann man ebenfalls schnell und bequem downloaden.

Zu Schlaf gibt es gute Infos und Materialien bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, u.a. eine S3-Leitlinie zu nicht erholsamem Schlaf, ein Schlaftagebuch / Schlafprotokoll, ein Ratgeber zu Schlafstörungen.

Für die Arbeit mit „Aufschiebe“-Klienten hat die Schweizer Ergotherapeutin Ruth Joss auf ihrer Praxisseite ganz großzügig Materialien online gestellt.

Die S3-Leitlinie zu Demenz  auf der awmf-Seite wird aktuell überarbeitet gefunden, aber auf der Seite der DGPPN gibt es eine Kurzversion von 2009 zur Orientierung.

Jeden Mittwoch von 19-21 Uhr sendet Radio Sonnengrau Beiträge zu psychischen Erkrankungen, Seele und Mensch. Dafür gab es gerade den Startsocial-Bundespreis! Die bisherigen Sendungen gibt’s zum Nachhören im youtube-Kanal.

Das Internet ist voller bereicherndem Wissen und guter Ideen! Jeden Monat sammle ich altbewährte und frische Fundstücke für Ergotherapeuten zusammen.

Fundstücke im Juni

Orange paper boat with a white flag

Das Internet ist voller bereicherndem Wissen und guter Ideen! Jeden Monat sammle ich altbewährte und frische Fundstücke für Ergotherapeuten zusammen.

Vielleicht hat es niemand bemerkt, im Mai habe ich es einfach nicht geschafft, Fundstücke zu sammeln. Dafür gibt es diesmal einige Links mehr für euch!

Handlungsplan ist eine Wissensplattform, auf der Ergotherapeuten aus Österreich und Deutschland spannende Artikel ergotherapeutischen Themen veröffentlichen.

Im DVE-Shop gibt es eine tolle Auswahl an kostengünstigen Flyern und Broschüren zur Ergotherapie mit Kindern. Neu ist u.a. der gelungene Flyer über Ergotherapie bei Kindern mit wechselndem Handgebrauch.

Auf der Seite zur Kindergesundheit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt’s tolle Broschüren zu allen wichtigen Elternfragen rund ums Kind zu bestellen und die allermeisten sogar kostenlos!

Wer auf der Suche nach fundierten Infos und Materialien zum Störungsbild ADHS ist, wird auf den Seiten vom zentralen adhs-netz und von ADHS-Deutschland e.V. fündig.

In Zusammenarbeit mit dem Mediastep-Institut hat Faber-Castell die Broschüre „Stift für Stift zur eigenen Schrift“ entwickelt, die natürlich Werbung für deren Produkte machen soll, nebenbei aber schön erklärt, was zum Schreibenlernen wichtig ist.

Wer Flimmo noch nicht kennt – das ist das Fernsehprogramm für Eltern von 3-13-Jährigen. Erscheint dreimal im Jahr auch als Broschüre, die zur Weitergabe an Eltern kostenlos abonniert werden kann.

Das Bundesministerium für Familie hat das Projekt „Schau hin!“ initiiert. Eltern können an einem 30-Tage-Programm teilnehmen und werden geschult, wie sie ihre Kinder besser im Umgang mit TV, Internet, Sozialen Netzwerken und Mobilen Geräten begleiten können. Außerdem gibt’s die Infos auch zum Download und auch in türkischer Sprache.

Internet-Regeln für Kinder findet ihr in der Broschüre für Kinder „Ein Netz für Kinder. Surfen ohne Risiko“, ebenfalls vom Bundesministerium für Familie und Jugend.

Ergotherapie-Kongress

Kongress_Bielefeld

Fachausstellung

Britta

Am Wochenende war ich in auf dem Ergotherapie-Kongress!
Ich startete mit dem Vortrag „Ergotherapeuten an die Schulen!“ von Berit und Steffi. Mit auf den Weg gegeben haben sie uns ihre Erfahrung, dass Schulen durchaus finanzielle Wege kennen, um lohnende Konzepte von Ergotherapeuten zu etablieren. Das macht Mut und gibt Anschwung in die richtige Richtung! Noch in diesem Jahr erscheint auch ihr Elternbegleitheft zum EST.

Total gefreut habe ich mich darüber unsere Referentinnen Caroline Adler und Sabine Vinçon persönlich kennenzulernen, da ich die beiden bisher nur vom Mailen kannte.
Den Einblick in die Arbeit von Caroline fand ich sehr bemerkenswert und berührend! Sie lud in ihrem Vortrag dazu ein, Assessments nicht standardmäßig zu nutzen, sondern für jeden Klienten individuell auszuwählen.

Weil ich mich so kurzfristig zum Kongress entschlossen habe, gab es kein günstiges Hotelzimmer mehr und ich habe die Gelegenheit genutzt und Airbnb getestet. Mein Zuhause war die bunte Wohnung einer Therapeutin und zwischen Buddhas und Engeln fühlte ich mich erstaunlich gut aufgehoben und hatte Spaß am Mitwohnen. Der nächste Kongress ist in Würzburg (06. – 08. Mai 2016) und ich habe schon mal gekuckt, was es dort für Zimmer gibt!

Nadine Saxer gab mit charmantem Schweizer Akzent einen Einblick in ihre Studie zur Alltagsbewältigung von Menschen mit Depression, die bestätigt, dass diese Klienten durch aktives Handeln positive Gefühle und mehr Energie erfahren und damit weiteres Handeln initiiert werden kann.

Zu jedem Kongress erscheint auch neue Ergo-Literatur: Endlich ist das PEAP fertig und mein erster Eindruck ist, dass sich die jahrelange Arbeit der Autorinnen sehr gelohnt hat! Das COPM ist in aktualisierter Auflage und mit neufarbigen, übersichtlicheren Bögen erschienen. Außerdem gibt es jetzt das umfangreiche Buch „Produktivität und Teilhabe“ mit nützlichen Infos und Beispielen rund um die Arbeitstherapie.

Zu Arbeit gab es auch Sonntag einen Themenblock und nach der etwas zu kurzen Kongressparty-Nacht war ich sehr dankbar, dass auch diese Vorträge mich begeistert haben. Thorsten Hirsch stellte vor, wie er betriebliche Inklusionsprozesse unterstützt und berichtete, dass dabei häufig mehr möglich ist, als wir (auch wir Therapeuten) uns vorstellen können. Sabine Plaehn präsentierte ihr spannendes Interventionsprogramm zu „Arbeitslosigkeit als Chance“ und ich hoffe sehr, davon bald mehr zu hören. Der Bereich Arbeit spricht mich an und habe große Lust mich mehr damit auseinanderzusetzen und weitere Fortbildungen dazu zu planen!

Das ist es, was der Kongress kann und macht – er stößt an, reflektiert und bestärkt und bringt mein Ergoherz jedes Mal total zum Schwingen! Noch immer in diesem Flow überlege ich, fast zehn Jahre nach dem Ende meiner Ausbildung, mich selbst zurück ins Behandeln zu wagen – weil es einfach ein so großartiger Beruf ist!

(Alle die auf dem Kongress waren finden im kleinen Programmheft aus Seite 4 das Passwort, mit dem die Präsentationen auf der DVE-Seite abgerufen werden können. Wer nicht da war und trotzdem neugierig ist, kann sicherlich direkt bei den Referenten danach fragen!)